Montag, September 18, 2006

Bienvenido en Salamanca (Herzlich willkommen in Salamanca)!

Die erste Woche ist fast geschafft, da bleibt Zeit, einen ersten Überblick zu geben: Super Stadt, viel los, viele Studenten aller Herren Länder, dreckige Wohnungen und sehr wechselhaftes Wetter.

Aber langsam und der Reihe nach: Voller Vorfreude und mit Abschiedsschmerz machte ich mich letzten Dienstag zum Hamburger Flughafen auf, in der festen Überzeugung, alles richtig gemacht zu haben. Dass dies nie der Fall ist, wenn man es glaubt, ergab sich das erste Mal am Schalter – der Herr habe 10 Kilo Übergepäck (*stutz*). Da mache dann 170€ zusätzlich. Da half kein Betteln und Diskusstieren, dass man im Internet 30kg gelesen habe, zum Sonderpreis von 81€ flogen nun auch meine 10kg mit mir nach Spanien.

Soweit so schlecht. Ansonsten lief bis Madrid (Zwischenstopp in Zürich) alles glatt, der Busbahnhof in Madrid war auch irgendwann gefunden….leider ein Bus wollte erst 110 Minuten später mit mir fahren als ich mir das vorgestellt hatte. Gegen 18:00 gings dann in bequemen Ledersesseln und Beinfreiheit über die reizarmen Strassen Richtung Salamanca, wo ich gegen 21:00 Uhr wie ein Obdachloser auf der Strasse stand. Wo nun ein Hotel finden? Eine knappe Stunde später und lange Arme inklusive lag ich im Einzelzimmer (Einzelzelle wäre treffender) und störte mich wenig daran, dass das Zimmer klein und das Bett zu kurz waren. Schließlich waren ja noch drei lange Tage Zeit ein Zimmer zu finden. Abendbrot bei Pans Company endete mit dem zufälligen Treffen zweier Studenten (Kai und Insa), ebenfalls von der NAK und einer weiteren deutschen Deern.

Am Mittwoch begab ich mich nach dem Frühstück (denkt bitte nicht an opulente Frühstücksbuffetts in den spanischen Feriengebieten) direkt zum Info-Center für ausländische Studenten und ließ die Zimmerliste überreichen und einen Stadtplan. So viele Zimmer zu vermieten – ein Kinderspiel bis mittags ein passendes zu finden. Pustekuchen. Hendrik hatte die Rechnung ohne die Millionen anderen Studenten gemacht, sowie die Tatsache vergessen, dass viele Studenten ein ganzes Jahr bis Juni bleiben und daher bei der Wohnungssuche bevorteilt sind. Da waren wohl die beiden toten Tauben, die mir direkt vor der Kathedrale vor die Füße vielen mehr als ein schlechtes Omen… Der Montag wurde also, außer der Tatsache, dass ich Telefonieren bis zum Exzess geübt habe und die Stadt per pedes erkundet habe, zum Fiasko. Zimmer waren entweder schon vermietet, bis zu meinem Besichtigungstermin vermietet und ich war spätestens aus dem Rennen, wenn ich erwähnte, nur bis Weihnachten (asta Navidad) bleiben zu wollen. Als sich der Donnerstag nicht grundlegend davon unterschied, wurde die Laune langsam richtig schlecht, zumal ich seit 48 Stunden mit niemandem deutsch hatte reden können, um meine Befürchtungen und meinen Frust loszuwerden. Da traf es sich gut, dass in der Stadt eine Art Stadtfest stattfand und auf dem Placa Mayor (der größte und schönste Platz der ganzen Stadt) ein Konzert eines spanischen Sängers stattfand – eine gute Gelegenheit, die deutschen Mitstudenten wiederzutreffen. Vorher hatte ich noch eine zwar nicht schöne aber vielversprechende Besichtigung hinter mich gebracht: Ein Zimmer bei einer Mitzwanzigerin mit Mundgeruch. Später am Abend erhielt ich von dieser die Zusage, dass Zimmer bis Ende Januar haben zu können – Strike! Wenigstens etwas. Am nä. Morgen (Fr) sah ich genötigt, ihr zu sagen, dass ich nicht bis Ende Januar sondern nur bis Weihnachten bliebe – schwupps war das Zimmer wieder weg. Nun hatte ich noch ganze 24 Stunden ein Zimmer zu finden, bis ich aus dem Hotel raus musste. Lange Geschichte kurzer Sinn, am Sa morgen gegen 11 Uhr hatte ich mein jetziges Zimmer in der Tasche. Klein, schmuddelig, mehr als etwas abseits, aber ich denke es hätte schlimmer kommen können. Meine drei Mitbewohner sind allesamt nett und Spanier (was mein Ziel war), allerdings recht unterschiedlich gut zu verstehen: von ein bisschen bis gar nicht ;-) Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass der Wohnstandard in Spanien für Studenten deutlich unter dem liegt, was man aus Deutschland gewohnt ist. Nicht nur die generelle Ausstattung sonder auch die Hygiene ist z.T. unter aller Sau. Naja, Hauptsache Kühlschrank oder Bett begrüßen einen noch nicht auf deutsch oder Spanisch ;-)

In Folge der erfolgreichen Zimmerübernahme traf ich mich wie neuerdings jeden Abend auch am Sa mit meinen deutschen Kollegen (innen) und nach einem wunderschönen Feuerwerk über der Stadt nahm das Unheil seinen Lauf: Nach ein paar Bierchen (canitas) auf dem Stadtfest ging es schnurstracks in eine Chupiteria, das ist eine Art Lokal / Disco, in der es auschließlich (!) Kurze zu trinken gibt. Dass das nicht gut ausgehen kann, sollte jedem klar sein. Heil in meiner neuen habitacion (Zimmer) angekommen, wurde der So erst spät begonnen, anschließend aber der strahlende Sonnenschein am Fluss genossen, nachdem es Mitte Woche mit 13-17 Grad doch empfindlich kalt gewesen war…

Heut am Montag waren wir „Deutschen“ zum ersten Mal in der Fakultät – alles sehr schön, wieder einmal kaum etwas verstanden, aber erfolgreich eine Kursübersicht erstanden und sich für den Sprachkurs anmelden können.

Was bleibt sonst noch zu sagen über die ersten Tage? Joggen finde ich hier ganz schön anstrengend, da es nicht nur recht bergig ist, sondern die Höhe (ca. 750-800 Meter über N.N.) dem Flachland-Hamburger regelrecht die Luft aus den Lungen nimmt. Die Landschaft ausserhalb Salamancas gibt wenig bis gar nichts her, im Sommer scheint hier viel Getreide abgebaut zu werden. Die Stadt selbst hat einen riesigen historischen Stadtkern, der wirklich viele Spaziergänge wert ist.

So weit, so gut.

Etwas Organisatorisches: Ich habe leider weder Festnetz noch Internet im Haus. Diesen Beitrag habe ich über das Internet-Cafe versendet und das wird, bis ich Mitte November (!) meinen Studentenausweis bekommen, mit dem ich in die PC-Räume an der uni komme, auch noch so bleiben. Bitte entschuldigt daher meine seltenen Beiträge. Ich freue mich aber über jegliche Rückmeldung via Email und werde mich bemühen, diese schnellstmöglich zu beantworten.

Asta luego!

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Moin Henne,
nach leichten Anfangschwierigkeiten haste dann doch wohl alles überlebt :-)))!!! Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß in Salamanca und hoffe, dass du die Zeit genießen wirst.
Hau rein, Gruß Michi

Anonym hat gesagt…

*olo* die Taubenstory ist ja echt mal krass =).
Gruß aus DEU,

Dennis

p.s.
Melde mich demnächst ausführlicher über email.

Anonym hat gesagt…

Buenas dias Hendrik,

Teilzeitspanier grüßt Teilzeitspanier!!! Hier in Zaragoza fallen keine Tauben vom Himmel, hier fliegen sie lieber!! Na, dann muß ich mal mehr hören und wir sollten mal ein deutsch-deutsches Treffen hinkriegen. Aber zuerst mal mailen Ole!!
Bis dahin. Sven

Anonym hat gesagt…

Hallo mein Schrödi, das sind ja wirklich spannend was du da schreibst! Aber du weißt doch, schlechter Start, gutes Ende!!!

Mucho suerte (glück) und alles Gute, viel Spaß :-) y muchos saludos de hamburgo!

Naddelchen

Anonym hat gesagt…

Moin alter NAKler,

beste Grüße aus Seattle, hier ist das Wetter auch nicht so besonders, aber das hatte man hier ja auch nicht erwartet!

Beim Joggen in Seatttle muss man sich auch immer sagen "Fuss von der Bremse", sonst gehts den Berg nicht hoch!

Kann ich mir als Bayern Fan ja nicht verkneifen: Was sagst zum HSV, der Abstieg kommt in greifbare Nähe, oder!?

Beste Grüße

DIRK