Sonntag, Dezember 24, 2006

Auf Wiedersehen und “Feliz Navidad”

Die ist mein 13ter Beitrag. Ich will hoffen, dass ich morgen (Fr) trotzdem heil in Madrid ankommen werde, um die Nacht im Cats Backpacker-Hostel zu verbringen. Was soll man schreiben? Da die Temperaturen hier auch tagsueber nicht ueber 0 Grad steigen, ist es angebracht, sich nun in waermere Gefilde (Hamburg) zu begeben.

Als ich soeben die Uni nach der letzten Vorlesung verliess und mich von einigen Mitschuelern (einer davon doch glatt der erste und einzige echte Salmantiner, den ich kennengelernt habe) verabschiedete, wurde mich recht schnell bewusst, dass sich nun mein Aufenthalt hier wirklich dem Ende naehert und trotz der Vorfreude auf Euch, meinen lieben Leser und –innen, sich ein wenig Abschiedsschmerz dazugesellt hat. Umso schoener, dass die heutige Informationsgesellschaft mit Mail und Skype es einem zumindest theoretisch ermoeglicht, in Kontakt zu bleiben…
Gestern ist mir dann im Rahmen des gemeinsamen WG-Abendessens zugunsten meines Abschiedes gelungen, eine sehr seltene Spezies vor die Foto-Linse zu zwingen: Meinen Mitbewohner Maximo! ;-)

Anschliessend wurde der Abend in einer sehr gemuetlichen Jazz-Kneipe mit Live-Musik zu Ende gefuehrt.
Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen. Heut wurden die letzten organisatorischen Dinge geregelt und ich hoffe, dass mein Koffer trotz ein wenig Uebergewicht am Samstag aufgenommen wird. Morgen abend werde ich, sodenn ich denn ankomme, mit der Belgierin und einer in Madrid lebenden Freundin von Ihr in eben dieser Stadt zu Abend speisen. Davon erhoffe ich mir ein letztes Eintauchen in die spanische Tapas-Kultur.

Vielen Dank an alle Interessierten, die mich in diesem Blog bis hierhin begleitet haben und mir ein positives Feedback beschert haben! Ich wuensche allen ein Frohes Fest, besinnliche Tage und ein schoenes und erfolgreiches Jahr 2007! Grossspurig habe ich unter einigen Bekannten in Spanien schon angekuendigt, diesen Blog auf spanisch weiterfuehren zu wollen…Vamos a ver (wie der Kaiser ssgt)!

Adios





Donnerstag, Dezember 14, 2006

Noch eine Reise: Andalusien

Dass es mir schwerfaellt, mich kurzzufassen, ist hinlaenglich bekannt. Heute habe ich aber einen Grund viel zu schreiben, schliesslich war ich die letzten sieben Tage auf einem sehr interessanten und kurzweiligen Trip durch den Sueden Spaniens, auch als Andalusien bekannt. In der Absicht, moeglichst viel von meinem Gastland zu sehen, wurde Ende November mit drei Damen aus Almeria (ebenfalls Studenten der NAK) eine Route festgelegt. Andalusien ist das groesste Bundesland Spaniens und hat daher, neben einer Quasi-Sonnengarantie, auch wechselnde Vegetationen und zwei verschiedene Meere (Atlantik und Mittelmeer) zu bieten. Treffpunkt unserer Reise sollte Sevilla sein, wohin ich mit dem Nachtbus und Jenny, Johanna und Josie mit dem Auto aus Almeria anreisten. Nach stinkenden Fuessen im Bus (nicht meine!) konnte ich zunaechst die feiertaegliche Morgenruhe in Sevilla geniessen: der 6.12. ist in Spanien der Feiertag der Konstitution. Wie fast in ganz Andalusien, ist auch in Sevilla die lange Herrschaft der Mauren spuerbar, am beruehmtesten ist wohl der Glocketurm der ehemaligen Moschee von Sevilla (La Giralda) sowie der Alcazar, eine Art Koenigspalast mit riesigem tropischem Garten. Unsere erste Uebernachtung hatten wir in einem sehr schoenen Hostal etwas ausserhalb von Sevilla gebucht, mit Oragenbaeumen direkt vor dem Fenster, welche in ganz Sevilla als normale Strassenbaeume durchgehen (Wahnsinn!).

Am 7.12. ging es nachmittags Richtung Cadiz, welches wir nach einem Zwischenstopp in Jerez, am fruehen Abend erreichten, um dort zweimal zu naechtigen. Die an der Antlantikkueste, ganz in weiss gehaltene Stadt entschaedigte uns prompt fuer das Hostal, welches nicht ganz mit dem Standard in Sevilla mithalten konnte. Darueber hinaus hatte Josie fuer den zweiten Tag mit Antonio sogar noch einen Privat-Reisefuehrer aufgetan, sodass uns kein Detail der Stadt (z.B wilde Papageien) entgangen ist; denken wir jedenfalls…

Malerische Sonnenuntergaenge und eine tolle Brandung konnten uns am Samstag nicht davon abhalten, der Stadt den Ruecken zuzukehren, denn schliesslich wollten wir Afrika sehen. Vorbei an wunderschoenen Straenden ohne viel Tourismus dafuer aber mit ar***-kaltem Wasser ging es nach Tarifa, der suedlichsten Stadt Europas. Und wer sagt’s denn, das Wetter liess einen astreinen Blick auf die Kueste Nordafrikas zu, fuer mich mal ein ganz neuer Kontinent ;-)

Ganz nach Japan-Art wurde in Tarifa lediglich zum Fotografieren gehalten, um schleunigst zum naechsten Punkt weiterzubrausen, England! Genauer gesagt, wir fuhren nach Gibraltar, dem politischen Stachel im Leibe Spaniens. Weitaus touristischer als Tarifa, schleusten wir uns hier mit vielen anderen Gaesten durch die einzige Stadt dieser Kolonie, um nach einem langem Fussmarsch endlich den Europa-Point zu erreichen…was fuer eine Enttaeuschung! Keine Buden zur Staerkung, absolut der gleiche Blick wie in Tarifa (eigentlich logisch, oder?) und ansonsten rein gar nichts.

Desillusioniert ging es rapidamente im Bus wieder zur Grenze, ab ins Auto und rein in die Berge. Mit unseren beiden Taxifahrerinnen Johanna und Jenny gings geschwind Richtung Costa del Sol, dem groessten zusammenhaengenden Feriengebiet Europas (sagte mir der Reisefuehrer).

Unser Zwischenstopp wurde das mondaene Marbella, zur Zeit eher in den spanischen Schlagzeilen aufgrund Bestechungen, verhafteten Buergermeistern und illegalen Prachtbauten. Nichtsdestotrotz lud die Standpromenade zum Verweilen ein, auch wenn leider keine Prominenten gesichtet werden konnten. Nach einem malerischen Sonnenuntergang hielten wir direkt auf Malaga zu, unsere dritte Schlafstation.

Dank eines freundlichen Pizzaboten fanden wir auch prompt unser Hostal, dass sich auf der Rangliste der besten Backpacker-Unterkuenfte gute Chancen auf den ersten Platz ausmachen darf. Nach einem entspannten Essen und einigen Drinks (@Torben und Co: Jungs, wie koennt Ihr bloss Gin-Tonic trinken? Pfui-Teufel!) fielen wir nach diesem ereignisreichen Tag geschafft in die Kojen. Jenny liess es sich trotzdem nicht nehmen, Bekanntschaft mit einem Insekt zu machen, was am naechsten Tag in einem „Boxerauge“ resultierte. ;-)

Schon etwas abgestumpft hinsichtlich touristischer Ziele wurde Malaga am naechsten Vormittag im Schnelldurchgang abgehandelt, um nach Almeria weiterzufahren. Angekommen, kehrten die Maedels in ihre WGs zurueck, meinerseits lagerte sich in einem guenstigen Hostal (1 Stern) ein, um etwas zu verschnaufen. Gegen Abend wurde dann die dortige Alcazaba auf einem Berg erklommen und die Aussicht ueber Almeria und das Meer genossen. Am Abend verabschiedete sich Josie von unsere Reisetruppe, wir restlichen Drei brachen am fruehen (also spanisch frueh = 9 Uhr) Montagmorgen Richtung Granada auf, um die weltberuehmte Alhambra, den groessten muslimischen Bau in Spanien, zu besichtigen. Auf dem Weg dorthin umkreisten wir die Sierra Nevada, die auf ihren Gipfeln sogar Schnee anzubieten hat. Dank der untypischen Reisezeit und den recht frischen Temperaturen (<10>

Danach wurde die Stadt erkundet, sich um die Rueckreise im Bus am naechsten Tag gekuemmert und abschliessend der Abend in einem All-you-can-eat-Restaurant abgeschlossen – lecker! Mein Hostal inmitten des ehemaligen maurischen Viertels nahm mich dann des Nachts in die Arme, damit ich am Dienstag freudig 10 Stunden im Bus verbringen konnte, um um 7 Uhr abends wieder in Salamanca anzukommen. Vorbei an schroffen Felsen, weiten Olivenhainen und riesigen Agrargebieten bot mir diese Bustour nochmals einen Ueberblick ueber die Vielseitigkeit Spaniens.

Ohne Streitereien, Autopannen oder Diebstaehlen hat mir diese Reise viel Spass und neue Eindruecke beschehrt, die ich nicht missen moechte (wie pathetisch). Zurueck in Salamanca wird nun deutlich, dass nicht mal mehr 10 Tage meines Auslandssemester uebrig bleiben, eine Mischung zwischen Vorfreude auf die Heimat und Abschiedsschmerz hat sich breits eingestellt. Woll’n mal sehen, dass wir die verbleibenen Tage noch angemessen nutzen ;-)

Hasta luego,

Hendrik

PS: Wer bis hierhin vorgedrungen ist: Respekt! Als Dankeschoen kann ich, zurueck in HH, rund 1300 Bilder zur Ansicht anbieten!!! ;-)

Mittwoch, November 29, 2006

Eine Reise: Madrid

Langsam faellt es mir immer schwerer, einen geeigneten Anfang zu finden, daher einfach mal wieder langweilig chronologisch: Am vergangenen Samstag stand endlich die Wiedervereinigung zwischen Hamburg und Salamanca an, Linda ist nach Madrid gereist (und ich auch), um ein verlaengertes WE zu bleiben. Nachdem ich zunaechst im falschen Bus (Richtung Valladolid) gesessen hatte und mich eine Frau zum Glueck 3 Minuten vor Abfahrt von „ihrem“ Platz verscheucht hatte, bin auch ich schadenfrei in Madrid angekommen und habe schon einmal das Hotel bezogen. So konnte ich wenig spaeter meinen Schatz bei bestem spanischen Werbewetter (12 Grad, erst bedeckt, dann Regen) wieder in die Arme schliessen. Unser Hotel liess bis auf den Preis keinerlei Wuensche offen, erfreulicherweise hat Lindas Oma ein wenig Geld fuer unsere gemeinsame Wohnung gespendet, was nun zum Teil in Madrid liegt ;-) Fast direkt an der Gran Via gelegen, waren wir von imposanten Altbauten und einem quirligen Stadtleben umgeben, ohne nachts senkrecht im Bett zu stehen – eigentlich perfekt.

Der erste unserer Rundgaenge durch Madrid fuehrte uns aufgrund der Witterungsverhaeltnisse recht schnell in eines der grossen Museen und vermeintlichen Pflichtprogramme Madrids: das Centro de Arte Reina Sofia. Da wir beide begnadete Kunstignoranten sind, konnten wir dieses Punkt recht schnell abhandeln, jedoch nicht ohne uns die Originale von Picasso, Velazquez oder Dali genaustens einzupraegen *raeusper*. Danach schauten wir uns den recht eigenwillig eingerichteten Fernbahnhof Atocha an: Inmitten der alten Wartehalle ragt ein tropischer Garten mit Wasserschildkroeten und Palmen hervor.

Die Rueckkehr zum Hotel war recht verregnet und das anschliessende Essen in einer interessant anmutenden Kneipe teuer und mittelmaessig, daher wir beides nicht mit Bildern dokumentiert *grins*.

Am Sonntag stand in erster Linie der Placa Mayor, der Koenigspalast und ein nahe gelegenes, ueber eine Seilbahn zu erreichendes Erholungsgebiet (die gruene Lunge Madrids) auf dem Programm. Alles hat uns, auch dank des wesentlich besseren Wetters sehr gut gefallen, ein wenig Alpenfeeling kam beim Ueberschweben der Stadtautobahn in luftiger Hoehe ebenfalls auf.

Montag wollte Linda unbedingt das Stadion von Real Madrid besichtigen, was wir dann auch gemacht haben. Ich muss schon sagen, die Fussballfans sind ein wenig eigen: Alles fotografieren, angucken….nichts fuer micht ;-)

Abermals strahlendes, wenn auch (fuer Spanienurlauber) kuehles Wetter lud uns danach zu einem weiteren Stadtbummel und in den grossen Retiro-Park ein. Da durfte eine Staerkung im Hard Rock Cafe von Madrid nicht fehlen - runde Fuesse am Abend waren dennoch vorprogrammiert.

Und so ist das verlaengerte Wochenende auch schon an uns vorbeigeflogen; rueckblickend hat uns die Stadt wirklich begeistert, ein laengerer Aufenthalt waere gern wahrgenommen worden. Madrid ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert, die Gebaeude und Strassenzuege lassen die Stadt gleichzeitig kolossal und gemuetlich erscheinen und es macht Spass, in einer untouristischen Bar am Abend etwas zu essen oder zu trinken (Ende der Werbung).

Zurueck am Flughafen ging es fuer Linda wieder nach Hamburg, meine Wenigkeit hat sich in den Bus nach Salamanca begeben.

Freitag steht nun doch glatt eine Pruefung an, man mag es kaum glauben. Allerdings wiederum rein egoistisch: ein weiteres Spanisch-Zertifikat fuer den Langzeiturlauber will ermogelt werden.

Hasta luego,

Hendrik

Dienstag, November 21, 2006

Arme Studenten und ein armer Student

Zunaechst der Plural: Arme Studenten. Mittwoch letzter Woche war ich von meiner Mitbewohnerin Lorena eingeladen, mit ihr nach Bejar (ca. 1 Busstunde entfernt) zu reisen und mir vor Ort die dort uebliche Zeremonie der neuen Studenten anzuschauen, wohlgemerkt nicht als „neuer Student“. So denn fuhren wir also am Mittwoch abend nach Bejar, eine Schlafgelegenheit ergab sich bei Paco, dem Freund von Lorena, der vor Ort Ingenieurswissenschaften studiert. In einer, wie ich finde, typischen Maenner-WG mit viel Staub und technischem Geraet gab es vor der Veteranen-Party (sprich fuer die hoeheren Semester) lecker Happa mit Extrawurst fuer Hendrik (jaja, soweit ist das hier schon gekommen, nichts mehr mit Anpassung).

Da mir 2 der drei Gaeste bei Paco ebenfalls schon bekannt waren (Eloy und Fidel), fuehlte ich mich inmitten der Spanier an diesem Abend wieder einmal pudelwohl. Am naechsten Morgen stand dann das Beschauen der studentischen Aktivitaeten an, bei der die Novizen allerlei Schabernack und Dreck ueber sich ergehen lassen muessen (im wortlichen Sinne). Leider waren die Veteranen wohl derart unausgeschlafen, dass die Feier mit deutlicher Verspaetung begann. In Folge dessen konnte ich nur ein paar Fotos von den verkleideten Veteranen schiessen, bevor mich mein Bus wieder nach Salamanca brachte L. Da das Wetter nicht wirklich mitspielte, es regnete immer wieder, bin ich mittlerweile drueber hinweg.

Am vergangenen Freitag schliesslich machte ich mich um 8 Uhr in der Frueh auf den Weg nach Zaragoza (Saragossa), im Nordosten gelegen: Leider konnte ich die wechselnden Natureindruecke (im Norden Berge und Waelder, dann Weinanbaugebiete) nicht wirklich gut auf Fotos festhalten. Dennoch war es interessant zu sehen, wie schnell sich die Umgebung aenderte. Ganz anders als Deutschland waren auch die Sicherheitsvorkehrungen (auch Spanien hat sein Trauma mit Anschlaegen), die mehr an einen Flughafen erinnerten. So musste ich auch 2 vom Zug geschossene Fotos prompt wieder loeschen, unter den Argusaugen eines Sicherheitsbeamten. Spaeter gelangen mir unerkannt doch noch zwei Fotos *hehe*.

Angekommen in Zaragoza war der Weg zu Sven relativ unkompliziert und wir machten am fruehen Abend einen ersten Touristenrundgang in Zaragoza. Um nicht zu sehr ins Detail zu verfallen, fasse ich die Tage ein wenig kategorisch zusammen: Zaragoza ist eine mittelgrosse Stadt (700000 Einwohner) mit einem sehr schoenen Zentrum und einer beeindruckenden Kathedrale direkt am Fluss Ebro gelegen.

Das Wetter spielte bei den Erkundungszuegen ebenfalls mit, Mitte November konnten wir noch Tagestemperaturen um die 18-20 Grad geniessen. Abends wurde das umfangreiche Angebot an Tapas genossen und ein wenig „auf den Swutsch“ gegangen, mit meinem wie immer sehr lustigen Gastgeber (Danke nochmals!) und einigen Bekannten.

Am Sonntag schliesslich verfolgten wir ein Spiel von Real Zaragoza, welches mich schlappe 40 Euro kostete – Fussball in Spanien ist wirklich teuer! Wenigstens gewann Zaragoza in einem interessantem und lange Zeit ausgeglichenen Spiel mit 3:0 und wir konnten zufrieden nach Hause gehen ;-)

Geruestet zur Abfahrt nach Salamanca fand ich mich am Montag auch puenktlich am Bahnhof ein, um dann zu erfahren, dass der Zug aufgrund eines „Feuerwehreinsatzes“ ca. 1 Stunde Verspaetung haben werde. Dass wir leztendlich mit fast 2 Stunden in Salamanca ankamen, nach mehr als 8 Stunden Fahrt, wird mir noch 25% meines Reisepreises einbringen, falls ich den weiten Weg zum Bahnhof noch einmal auf mich nehmen sollte. Gestern nacht (Ankunft 1:30 Uhr) goennte ich mir ausnahmsweise ein Taxi, da ich wenig Lust verspuerte, 40 Minuten Fussmarsch dranzuhaengen…

Am Folgenden Wochenende steht nun endlich Madrid mit Linda an – wird auch Zeit!

Gehabt Euch wohl!

Hasta luego,

Hendrik

Sonntag, November 12, 2006

Wat jibbet Neues?

Ich weiss, ich weiss, ich bin spaet dran...Allerdings moechte ich mich zu meiner Entlastung anmerken, dass die letzte Woche nichts wirklich Neues zu bieten hatte, die Reisetermine durch Spanien stehen erst in den naechsten Wochen an. Wer bis jetzt noch weitergelesen hat, den moechte ich dann versuchen mit meinem Alltag ein wenig zu unterhalten:

Freitag (03.11.) war ich abermals bei Miguel in der WG, ein wenig Sabbelei und Fotos aus Polen gucken, bevor es in ein, zwei bekannte Schuppen der Stadt ging. Rechts neben mir steht uebrigens die einzige mir bekannte Person, die in Salamanca einmal Opfer eines Ueberfalls geworden ist (I-Pod ist wech). Ansonsten kann ich nur sagen: Sehr sehr sicher und entspannt hier!

Am Samstag wurde neben Sport und gemeinsamen Essen auch nichts Erwaehnendswertes veranstaltet. Sonntag stand dann wieder einmal ein Highlight an, aus meiner Sicht jedenfalls: Der Herr der Ringe, Teil 2 im spanischen TV. Schlappe 4 Stunden wurde als vor der Kiste gehockt – wasn Spass!

Die abgelaufene Woche verlief aehnlich, mit der Ausnahme dass ich seit Mittwoch abend kaum ein Wort deutsch gesprochen habe, was ein neuen Rekord sein sollte ;-) Donnestag abend ging es mit meiner WG (Maximo ausgenommen) und einigen spanischen Freunden auf die Piste (mal was Neues *raeusper*), war doch recht spassig. Unter anderem hat es mich gefreut, auch einmal zwei Spanier aus einem meiner Kurse getroffen zu haben und mich etwas laenger mit ihnen zu unterhalten.

Ansonsten habe ich das WE abermals ruhig angehen lassen, ein wenig Sport und Zeitung lesen, beides ist fuer mich immer noch anstrengend. Dazu Einkaufen im Rieesen-Supermarkt Carrefour und der Besuch eines nahegelegenen Einlaufszentrums – TVs von Philips waren aber doch recht unterrepraesentiert. Und nicht zu vergessen, der dritte Teil von besagtem Epos: Heut waren es nur etwas ueber fuenf (!) Stunden, die ich vor dem TV verbracht habe, um mit Frodo und Co dem Ende entgegenzufiebern. Bin nun irgendwie auch ein wenig erschoepft, Stubenhockersyndrom koennte man dies wohl nennen. Bin ich froh, vorher das schoene Wetter (wir haben derzeit warme, sonnige Tage mit fast 20 Grad und kalte Naechte mit unter 5 Grad) laufenderweise genossen habe.

Ihr merkt schon, viele tolle Geschichten habe ich derzeit nicht parat, denke doch, dass die naechsten Wochen mit Burgos (Mi), Zaragoza (WE), Madrid (nae. WE) und einer Reise in den Sueden wieder ereignisreicher und kultureller werden als Feiern, Sport und Fernsehgucken.

Bis dato, hasta luego,

Hendrik Beutlin

PS: Direkt vor meiner Tuer steht ein Stueck Heimat: Ein Opel Astra, weinrot und Zweite-Hand-Wagen aus Deutschland – genau die Type, die mich, Mama (jetzt Neu-Oma) sei Dank, schon viel durch die norddeutschen Lande getragen hat. ;-)

Donnerstag, November 02, 2006

Bergfest

AS: Eine dem Leser bekannte Person war beim Friseur. Daher moechte sie auf dem Foto nicht erkannt werden ;-) Scheint ein kleines Kommunikationsproblem gewesen zu sein, jedenfalls ist der Haarschopf recht uebersichtlich.

Man mag es kaum glauben, aber die Haelfte meines ueber Jahre vorbereiteten Auslandssemesters (welches eben nicht aus 6 Mestern besteht) ist schon fast erreicht. Ich moechte Euch aber nicht mit meinem persoenlichen Status-Report langweilen und fasse deshalb besser die letzte Woche zusammen:

Die „Arbeitswoche“ hatte nicht viel Spektakulaeres zu bieten. Ich bin seit Montag vergangener Woche so richtig offiziell und von allen Seiten anerkannt in meiner Fakultaet eingeschrieben. Der erhoffte freie Zugang zu Hunderten von PCs erwies sich jedoch als bedingt toll: Es gibt eine Reihe von schnellenn PCs, ohne Frage. Leider werden diese jedoch auch fuer Vorlesungen genutzt, so dass es im Allgemeinen schwierig ist, eine freie Stunde zu ergattern ( und dann auch schneller zu sein als andere Studenten). Das Gros der Mails werde ich also weiterhin vom Internet-Cafe bestreiten muessen.

Am Freitag stand dann meine Pruefung im Sprachkurs der Universitaet an: Nachdem ich ein wenig mit meiner Mitbewohnerin gelernt hatte, hab ich doch glatt das Examen geschafft *jubel*. Freitag abend wurde dann auch mehr gefeiert, als eigentlich notwendig gewesen waere ;-) Gestartet mit einer Botellon (das spanische Pendant von „Vorgluehen“) bei Miguel ging es zur naechsten Botellon bei spanischen Freunden von Miguel. Glueht man in Deutschland vielleicht bis 12 oder 1 Uhr vor, so kann hier eine Botellon auch schnell bis 3-3:30 Uhr anhalten (ich kann da nichts fuer Papi *smile*). Weitergings in unbekannte Bars mit unbekannten Getraenken, zum Beispiel Aqua de Valencia. Als ich gegen sechs eigentlich nach Hause wollte, traf ich prompt einen anderen Sprachschueler und wir waren uns einig, dass so der Abend nicht zu Ende gehen konnte. Also ab in zwei weitere Diskos , um sich dann um halb neun zum verdienten Schlaf in die Koje abzumelden. Dass am Samstag aus dem erneuten Unentschieden des HSV nicht viel ging, brauche ich wohl nicht extra zu erwaehnen, oder? Ausserdem stand am So morgen eine weitere Busfahrt an: Toledo!

Mitten in der Nacht
(6 Uhr) aufgestanden, ging es mit mir zwei bekannten Gesichtern, Migue und Severine (Belgien), in 4 Stunden nach Toledo. Eine sehr interessante Stadt, gelegen auf einem auf drei Seiten vom groessten Fluss Spaniens umgebenen Felsen. Die Geschichte liest sich ebenfalls wie ein Best-of: Juden, Araber und Christen haben sich jeweils jahrhunderteweise in dieser Stadt pudelwohl gefuehlt und Ihr zu Wohlstand verholfen (besonders die Araber). 2 Stunden erzaehlte uns eine Fremdenfuehrerin interessante Dinge ueber eben diese Geschichte, danach war noch ausreichend Zeit, die Stadt auf eigenen Faust zu erkunden. Wir haben uns dann in ein Cafe gesetzt und erstmal richtig Bier gesoffen. Gekotzt hab ich auch noch…..kleiner Scherz, Ruhe bewahren bitte. Cafe stimmt, Middach. Saufen stimmt nicht, sondern Kulturtour mit der Belgierin, da Miguel alte Freunde aus Toledo getroffen hat und nicht zum Stadtwandern zu bewegen war. Fasse mich kurz: Interessante Gebauede und Ausblicke, allerdings (logischerweise) Avila etc recht aehnlich. Der mittelmaessig bekannte Maler „El Greco“ lebte uebrigens auch in Toledo – ein Museum mit Bildern wurde brav besichtigt.

Gestern schliesslich war Halloween, das, wie jedes andere Fest der Welt auch, natuerlich in Salamanca ebenfalls gefeiert wurde. Einige meiner Bekannten hatten sich sogar ein wenig in Schale geschmissen, meinereiner hat sich dem verwehrt.

Hasta luego,


Hendrik

Sonntag, Oktober 22, 2006

Aussie, Aussie, Aussie

Hi Warren and Jodie,

welcome to my blog! May be you are able to understand a bit. Otherweise there are some nice pictures of Salamanca!

Wish you a fantastic final of your worldtour and hope to contact you again!

May the fish a little bit less salty and the sauce not beeing burned the next time we meet ;-)

Greetings vom Hendrik


Nasse Fuesse und ein neuer Name

Eine Abwehr aus Granit

So wie eins Real Madrid

Und so zogen wir in die Bundesliga ein,

Und wir werden ewig deutscher Meister sein

….

So klang es noch vor dem Spiel aus ca. 500 norddeutschen Kehlen, darunter auch meiner. Was dann am spaeten Dienstag abend daraus wurde, ist jedem bekannt, daher moechte ich das Spiel hier weitestgehend ausklammern ;-) Nur soviel: Ein wirklich schoenes Stadion!

Der Reihenfolge nach: Am Dienstag Mittag stiegen Svenja und ich gutgelaunt und voller Vorfreude auf unsere erste Champions-League-Auswaertsfahrt ins ferne Porto in den verspaeteten Bus. Da war dann erst einmal Schluss mit gutgelaunt. Im durchaus modernen Bus war eine derartig von Fussschweiss und anderen Geruechen des unteren Levels geschwaengerte Luft, dass man auch gern mal haette kotzen moegen ;-) Jedenfalls war erstmal nix mit essen oder schlafen, sondern Tuch vor die Nase halten war das Non-Plus-Ultra. Nach einer Rast nach zwei Stunden hatten wir uns entweder daran gewoehnt oder der Lueftversuch des Busfahrers war erfolgreich gewesen. Wie auch immer: Die Laune stieg wieder und mit ca. 30 Minuten Verspaetung wurde am spaeten Nachmittag Porto angefahren. Also raus aus dem Bus und ab zur Schlafgelegenheit, einem „Hotel“ fuer Rucksacktouristen. Leider waren wir etwas verplant, denn weder Svenja noch ich hatten die genaue Adresse oder den Namen notiert. Lediglich die Strasse war bei der Buchung notiert worden. So zogen wir also ohne Stadtplan zu Fuss in die aus dem Internet erinnerte Richtung. Damit das Ganze nicht zu lustig wird, gesellte sich Kollege Platzregen dazu und zwang und schliesslich in ein Taxi, vorher machten wir jedoch durch Zufall mit einem portugiesischen Germanisten Bekanntschaft, der das letzte Aufeinandertreffen der Mannschaften in Hamburg anno 1979 verfolgt hatte. Wie jeder weiss, gewann der HSV verdient ;-)

Zurueck ins Taxi: Mit unseren fahrigen Angaben zum gewuenschten Ziel konnte der Taxifahrer leider auch nicht viel anfangen, zumindest waren wir aber schon in der richtigen Strasse. Dort unterstuetzte uns ein sehr hilfsbereiter Portugiese nach Kraeften bei der Suche, inklusive Regenschirmverleih und Ausgabe zweier Karten fuer die Metro fuer den Abend. Der Grund dafuer war wahrscheinlich sein auf die Wade tatowiertes Wappen vom FC Porto ;-) Das Hotel ward dann schliesslich auch gefunden und wir konnten uns auf den „angenehmen“ Teil des Abends konzentrieren. Das Stadion war schnell und leicht mit der Metro erreicht und wirklich beeindruckend.

Zur EM 2004 neu errichtet oder komplett renoviert sassen bzw standen wir trotz anhaltendem Starkregen den ganzen Abend relativ trocken. Das Spiel wirkte sich leider auch ein wenig auf die Laune der Hamburger aus, allerdings nahmen alle die Niederlage dann doch recht sportlich. Da ich bereits am naechsten Tag wieder zurueckmusste liess sich Svenja zu einem naechtlichen Stadtrundgang durch die wirklich recht schoene Stadt Porto bewegen. Zum Teil sogar regenfrei drehte wir eine Runde durch den historischen Stadtkern.

Zurueck in der Herberge hatten wir noch das Vergnuegen, zwei sehr nette Australier kennenzulernen. Warren und seine Freundin sind seit 10 (!) Monaten auf Welttour und haben, in Asien gestartet, schon viele Laender und dreckige Toiletten gesehen ;-) Weitere Informationen unter www.getjealous.com/waslade .

Alsbald ging es dann in die 10-Mann-Frau-Koje. Ein bisschen gewoehnungsbeduerftig, mit 10 Menschen in einem Raum zu schlafen, wir waren jedoch auch ausreichend muede, so dass Schlafen kein Problem darstellte. Leider trockneten in der Nach meine Tunschuhe nicht, sodass ich zwei Tage mit nassen Schuhen und Socken rumlaufen durfte (auch etwas, was ich Herrn Doll in Rechnung stellen werde). Die Rueckreise bietet ausser den neuerlichen Platzregen in Porto nicht viel zu berichten.

Fazit: Coole Tour wie ich finde, ich habe wieder einmal gelernt, gelassener zu werden (und mich naechstes Mal vielleicht ein wenig besser vorzubereiten *lol*).

Wat gift dat sons noch tu vertellen? Am Donnerstag war ich mit meinen Mitbewohnerinnen und deren 3 Freunden auffe Piste. Fand ich sehr erfrischend, einen ganzen Abend nicht deutsch sprechen (zu koennen). So kann man gut testen aus welchem sprachlichen Niveau man sich befindet. Man kann sich reinfuchsen wuerde ich als Resultat angeben.

Zweiter Punkt der Agenda: Ich werde mir einen neuen Pass ausstellen lassen. Mit meiner langen, blonden Maehne sehe ich ein kleines bisschen, ABER NICHT MEHR, einem Spieler von Barcelona namens Gudjohnson aehnlich. Soweit, so egal. Wenn jedoch in regelmaessigem Abstaenden Spanier einem durch die halbe Kneipe diesen Namen zubruellen, verbunden mit wildem Winken, gibt einem das schon zu denken *laechelgequaelt*. Nachdem gestern mal wieder „Take a photo“ angesagt war, habe ich nun beschlossen, mich in Zukunft auch selbst Gudjohnson zu nennen. Nur damit sich keiner ueber meinen neuen Pass wundert.

So, Ladies and Gentlemen, das wars mal wieder.

Hasta luego!