Sonntag, November 25, 2007

Ein herber Verlust und NAK-Besuch

Goedenavond naar Duitsland,
hier meldet sich wieder Radio Eriwan mit den letzten Nachrichten im November. Die Woche startete arbeitsreich, denn wie angekündigt, stand am Mi+Do ein europäisches Meeting im Breitner-Tower an, welches die nationalen Vertriebsorganisationen nutzten, um sich von uns über Produktneuheiten informieren zu lassen. Und wie immer im Vorlaufe derart stichtagsbezogener Veranstaltungen, gab eine Menge Dinge in den letzten Momenten zu erledigen; schließlich hat aber doch alles gut geklappt und wir konnten den Freitag ganz entspannt genießen. Für Freitag abend hatte sich dann Julia zum Amsterdam-Trip angekündigt, gegen 19 Uhr hatten wir einen bezahlbaren Parkplatz in 10 Gehminuten Entfernung zu unserem Kleinschloss gefunden: für Amsterdam läppische 15 Euro am Tag. Jaja, ein für die Innenstadt notwendiges Parkzertifikat kostet preiswerte 600 im Monat und ist schon nach 7 Jahren Wohnens in der Innenstadt kostenlos zu bekommen…
Die Sachen in die Ecke geschmissen und wieder los, Jesse, mein Bürokollege hatte diese Woche sein Praktikumsende und somit sollte der Abschied von Philips begangen werden.
Lecker happa gabs in einem indonesischen Restaurant, danach ging es weiter durch Bars und Clubs der Stadt, dank Hossein, unserem Stadtkenner, durchaus gelungen und witzig.
Nach einem Spätfrühstück (was für ein Widerspruch) ging’s Samstag mit dem Standard-Programm für Amsterdam-Touristen (also diesmal Julia) weiter, das Wetter spielte sogar meist mit, sodass runde Füße kein Problem waren. Als diplomierte Kunstbanausen reichten uns somit auch knappe 60 Minuten für das Van Gogh Museum, welches in der Tat recht schöne Bilder für uns bereit hielt. Einer abendlichen Führung durch das Rotlicht- und Vergnügungsviertel folgte noch ein (!) Bier im Pub, in dem eine Praktikantenkollegin von mir arbeitet.
Die Rechnung von 10 Euro für 2 Bier hielten wie zunächst für einen Scherz und bei Verlassen des Pubs für eine Frechheit ;-)
Nun ist auch schon der Sonntag wieder mit Pommes, Grachten-Rundfahrt und Technologie-zum-Anfassen-Zentrum rumgebracht, morgen wartet wieder eine weitere Woche im Leben für Philips auf mich – geil!
Ich hoffe, Euch geht es ebenfalls besser als schlecht und sende Euch beste Groetjes,

Euer Hendrik

PS: Einen Beweis gefällig, wie gemütlich und entspannt Amsterdam ist? Hier schwimmen selbst die Schwäne seelenruhig an den Prostituierten im Rotlichtviertel vorbei *grins*

Sonntag, November 18, 2007

Santa Claus is coming to town

Goede middag,

Strahlender Sonnenschein und eine Heiligenerscheinung – viel besser kann der Sonntag eigentlich nicht mehr werden. Denn heut wird in den Niederlanden die Ankunft des Santa Claus gefeiert und es gibt eine grosse Parade – natuerlich auf dem Wasserwege und erst dann an Land.

Wer Kind ist oder sich so benimmt, malt sich das Gesicht schwarz an und zieht eine Dienerverkleidung an.

Das Wetter spielt auch mit, es ist frisch aber die Sonne strahlt! Genau wie gestern, wo es mich prompt am Nachmittag aufs Fahrrad getrieben hat und ich durch die Stadt geradelt bin, um den groessten Park der Stadt und anschliessend noch 2 weitere Parks zu besuchen.

Spaeter am Nachmittag kamen dann auch zum ersten Mal Heimatgefuehle auf: Zusammen mit einem Haufen Kopftuchmuddis war ich auf einem Markt, der sich als Klein-Altona praesentierte, Fehlen der nationalen Amtssprache inklusive – genau wie in Uns Altona ;-)
Die Haeuser und Geschaefte in dieser Umgebung waren in Folge insofern eine Genugtuung, als dass es auch in Amsterdam nicht nur Prachthaeuser und Postkartenstrassen gibt – wie beruhigend.
Am letzten Donnerstag wurde weltweit in fast allen Philips-Niederlassungen gewissermassen der Tag unseres Leitspruches begangen, an dem sich die 120.000 Mitarbeiter in Workshops darueber den Kopf zerbrachen, wie dieser weiter (oder noch mehr) mit Leben zu fuellen sei. Hier in Amsterdam fand das Ganze auf einem Schiff im Hafen statt, mit lecker Happa und vielen wichtigen Leuten, die ich sonst nur auf Organigrammen gesehen habe. Darauf aufbauend, gab es einen Tag spaeter, am Freitag abend eine Party im elften Stock eine alten Postgebaeudes direkt im Binnenhafen. Den tollen Ausblick auf das naechtliche Amsterdam festzuhalten war relativ schwierig, weshalb ich mir hier ein Bild erspare.



Tot ziens!
Hendrik

PS: Gestern beim Weihnachtsbummel habe ich einen alten Bekannten wiedergetroffen. Vadder, er ist ueberall!!! ;-)



Dienstag, November 13, 2007

Tag 1 nach Lindas Besuch und „Muente“

Hallo liebe Leut,
heut am Dienstag bin ich nun wieder der gewohnte Eremit in „meiner“ Penthousewohnung“, da der Herr Vermieter unterwegs ist und ich Linda heut morgen in den Zug Richtung Hamburch gesetzt habe. Vorher haben wir gemeinsam ein schoenes Wochenende in Amsterdam verbracht, einer Stadt, die Linda recht gut gefallen zu haben scheint. Meiner beruflichen Karriere vor Ort steht also nichts mehr im Wege ;-)
Wenn ich schon phantasiere möchte ich Euch den Platz meines gegenwärtigen Schaffens auch nicht vorenthalten, anbei mein Büro mit meinem Kollegen Xiahua und Jesse.

Am letzten Mittwoch durfte ich sogar an einem Meeting im 21.Stock teilnehmen, was mir interessante Ein- und vor allem Ausblicke ermöglichte. Ansonsten ist „auf Arbeit“ derzeit alles auf ein kommende Woche stattfindendes Europa-Meeting ausgerichtet; dessen Teilnehmer werde ich aber wohl eher nicht fotografieren.
Am Freitag dann stand die Dame mit nur 45 Minuten Verspätung auf dem Bahnhof und wir haben uns Pizza zum Mitnehmen gegönnt sowie den Abend ruhig in der Wohnung ausklingen lassen, um am Samstag fit zu sein. Das waren wir dann auch, das Wetter allerdings nur bedingt.

Nichtsdestotrotz haben wir viele interessante Wege durch Amsterdam beschritten (wie philosophisch) und uns unter anderem das Reichsmuseum mit Werken von Vermeer und Rembrandt angetan.
Nicht zu vergessen: Auch Linda kann ab sofort als süchtig bezeichnet werden. Allerdings nicht wie angekündigt von den Coffeshops sondern vom besten Pommes-Laden der Stadt. Sowohl Sa als auch Mo haben wir uns Saucen wie Sambal Oelek oder eine süß-saure mit unausprechlichem Namen gegönnt. Abends gings ins Chinesische Viertel, lecker scharf essen.
Sonntag sah es ähnlich aus, denn schließlich sind wir Touristen. Nach einem Champagner-Frühstück, für das wir wirklich nichts konnten, da Daniel und seine Freundin zuhause eine Runde geschmissen habe, wollte Anne Frank in ihrem Haus besucht werden. Die Treppe ins Hinterhaus war wirklich noch steiler als unsere hier – gefährlich so etwas. Anschließend ging es durch das Vorzeigeviertel Jordaan weiter rundherum in der Stadt, ab und zu unterbrochen von der Heimkehr in bekannte und unbekannte Shoppingadressen.
Vor der aufziehenden Kälte bei aufklarendem Wetter ging es direkt zum Italiener und anschließend durchs Rotlichtviertel, beides macht schließlich warm ums Herz ;-)
Gestern nun war das Wetter endlich so gut, dass wir uns auf eine Bootstour durch die Amsterdamer Grachten gemacht haben – ebenfalls sehr schön und nur zu empfehlen.
Nachmittags war die Stadt auch schnell wieder unser und der Tag schnell dahin, sodass wir uns zum Abschied noch einmal einen von Google Maps (ein super Werkzeug, um in fremden Städten tolle Restaurants zu finden) empfohlenen Thailänder gegönnt haben – ja es brannte zweimal *räusper*.
Heut ist nun Dienstag, mein erster Arbeitstag liegt hinter mir und es ist schon fast wieder WE, denn am Do wird bei Philips der eigene Werbeslogan begangen und den ganzen Tag darüber gegrübelt, wie man was noch besser machen kann.

Das war’s schon, was gibt’s bei Euch denn Neues?

Besten Gruß,
Euer Hendrik

Montag, November 05, 2007

Fahrn wir dann nach Rotterdam

Hallo liebe Leut,
ich hoffe, Ihr habt alle ein schönes Wochenende verbracht und seid nun ganz heiss auf eine neue Arbeitswoche. Meine letzte Arbeitswoche hat im eigentlichen Sinne nicht so bedeutsam Neues zutage gefördert: Ich arbeite fleißig mit an europäischen Projekten und Projektchen. Dass ich dabei in einem der Praktikantenbüros sitze ist insofern eine positive Fügung, da es mir schnell den Kontakt zu anderen Sklaven ermöglicht hat, was meistens Freitag nach Feierabend auf ein Biertje in die „Philips eigene“ Bar mündet. So kam es, dass ich am Samstag nachmittag zusammen mit einigen anderen Arbeitskollegen (2x Bulgarien, 1,5x Argentinien, 1x Brasilien, 2,5x Holland,) statt mit dem von Daniel geliehenen Fahrrad Amsterdam zu erkunden mit dem Zug Richtung Rotterdam an der Maas aufbrach. Einige Teilnehmer waren schon vorausgefahren, um ein wenig Auswärts-Shopping zu betreiben, ich jedoch blieb bis ca. 15 Uhr in Amsterdam hängen, da meine 1. Kontaktperson noch ein Fußballspiel hatte und meine 2. Kollegin ein wenig länger geschlafen hat. In Rotterdam angekommen, wurde ein wenig die Innenstadt erkundet, welche doch recht anders ist, als Amsterdam, da der komplette Stadtkern von einer benachbarten Nation zerbombt wurde und dementsprechend nur Nachkriegshäuser dort zu finden sind, was dem Ganzen einen grosstädtischen Charakter verleiht. Vorbei am historischen Hafen ging es anschliessend mit einem Wassertaxi unter der berühmten Erasmus-Brücke durch zum Treffpunkt mit den übrigen und es wurde in der alten Zentrale einer Schifffahrtslinie ein Aperitif genommen. Zurück ging es ebenfalls mit einem Wassertaxi, diesmal jedoch nicht gemütlich sonder in rasender Geschwindigkeit, was einer Achterbahnfahrt gleichkam. Pepijn (schön einen Namen zu bekommen, nur weil die Eltern den Herrn der Ringe so lieben) hatte erfreulicherweise bereits einen Tisch in einem gemütlichen Restaurant reserviert, sodass wir trotz Gruppenstatus einen Platz ergattern konnten. Dank des Preisniveaus für Vollverdiener habe ich dann auch einen ganzen Teller voll Thunfischsteak erhalten, garniert mit schwarzen Kartoffeln (kein Plan, ob die dort Lebensmittelfarbe verwenden, lustig aussehen tat es jedenfalls). Somit war klar: Dieser Abend wird nicht günstig werden. Weiter gings an recht seltsamen Haüsern in Richtung Bar / Club im „Old Harbour District“, eine Art Vergnügungsviertel mit kleinen Bars und Restaurants. Dort haben wir es dann ordentlich krachen lassen und sind seit Ankunft fast durchgehend zu massentauglicher Elektromusik gehopst, bis es gegen halb fünf Zeit war, via Zug Richtung Heimat aufzubrechen. Dank Zwischenstopp in Den Haag hat dies dann allerdings nochmals einige Zeit beansprucht, sodass ich gegen halb acht endlich ins Bettchen fallen konnte…
Am Sonntag war dann Red Bull zeitiges Aufstehen angebracht und nach einiger Zeit des Gammelns hab ich dann doch noch das Fahrrad genutzt und bin Richtung Ijssel-Meer aufgebrochen. Über die grandiosen niederländischen Radwege (man muss fast Strassen für Radfahrer sagen) fahrend waren meine grössten Berge Üerfuhrungsbrücken und ich gelangte schnell aus Amsterdam heraus auf Dörben, wo ich alsbald durch kleine gemütliche Dörfer fuhr, welche allerdings leider so klein waren, dass ich nirgendswo meinen Brand stillen konnte – kein Sinn für Geschäfte diese Leute ;-)
Am Meer angelangt, sah dies aus wie immer, daher gibt es auch kein Foto. Flugs zurück bevor es dunkel wurde, denn das Vorderlicht braucht eine Reparatur und von der Polizei angehalten zu werden kommt hier wohl nicht so gut, habe ich mir sagen lassen.
Ansonsten geniesse ich die Zeit in dieser schönen Stadt mit seinen Kanälen und freue mich, am Freitag zum ersten Mal Besuch zu bekommen: Linda will unbedingt zum Pot-rauchen rübermachen. Bericht gibt’s dann nächste Woche… ;-)

Groetjes,
Hendrik

Fast hätt ich es vergessen: Hier gibt es nicht nur Extra-Strassen für Radfahrer, nein ich hab auch mein erstes mehrstöckiges Fahrradparkhaus gesehen. Die spinnen die Niederländer!