Mittwoch, November 29, 2006

Eine Reise: Madrid

Langsam faellt es mir immer schwerer, einen geeigneten Anfang zu finden, daher einfach mal wieder langweilig chronologisch: Am vergangenen Samstag stand endlich die Wiedervereinigung zwischen Hamburg und Salamanca an, Linda ist nach Madrid gereist (und ich auch), um ein verlaengertes WE zu bleiben. Nachdem ich zunaechst im falschen Bus (Richtung Valladolid) gesessen hatte und mich eine Frau zum Glueck 3 Minuten vor Abfahrt von „ihrem“ Platz verscheucht hatte, bin auch ich schadenfrei in Madrid angekommen und habe schon einmal das Hotel bezogen. So konnte ich wenig spaeter meinen Schatz bei bestem spanischen Werbewetter (12 Grad, erst bedeckt, dann Regen) wieder in die Arme schliessen. Unser Hotel liess bis auf den Preis keinerlei Wuensche offen, erfreulicherweise hat Lindas Oma ein wenig Geld fuer unsere gemeinsame Wohnung gespendet, was nun zum Teil in Madrid liegt ;-) Fast direkt an der Gran Via gelegen, waren wir von imposanten Altbauten und einem quirligen Stadtleben umgeben, ohne nachts senkrecht im Bett zu stehen – eigentlich perfekt.

Der erste unserer Rundgaenge durch Madrid fuehrte uns aufgrund der Witterungsverhaeltnisse recht schnell in eines der grossen Museen und vermeintlichen Pflichtprogramme Madrids: das Centro de Arte Reina Sofia. Da wir beide begnadete Kunstignoranten sind, konnten wir dieses Punkt recht schnell abhandeln, jedoch nicht ohne uns die Originale von Picasso, Velazquez oder Dali genaustens einzupraegen *raeusper*. Danach schauten wir uns den recht eigenwillig eingerichteten Fernbahnhof Atocha an: Inmitten der alten Wartehalle ragt ein tropischer Garten mit Wasserschildkroeten und Palmen hervor.

Die Rueckkehr zum Hotel war recht verregnet und das anschliessende Essen in einer interessant anmutenden Kneipe teuer und mittelmaessig, daher wir beides nicht mit Bildern dokumentiert *grins*.

Am Sonntag stand in erster Linie der Placa Mayor, der Koenigspalast und ein nahe gelegenes, ueber eine Seilbahn zu erreichendes Erholungsgebiet (die gruene Lunge Madrids) auf dem Programm. Alles hat uns, auch dank des wesentlich besseren Wetters sehr gut gefallen, ein wenig Alpenfeeling kam beim Ueberschweben der Stadtautobahn in luftiger Hoehe ebenfalls auf.

Montag wollte Linda unbedingt das Stadion von Real Madrid besichtigen, was wir dann auch gemacht haben. Ich muss schon sagen, die Fussballfans sind ein wenig eigen: Alles fotografieren, angucken….nichts fuer micht ;-)

Abermals strahlendes, wenn auch (fuer Spanienurlauber) kuehles Wetter lud uns danach zu einem weiteren Stadtbummel und in den grossen Retiro-Park ein. Da durfte eine Staerkung im Hard Rock Cafe von Madrid nicht fehlen - runde Fuesse am Abend waren dennoch vorprogrammiert.

Und so ist das verlaengerte Wochenende auch schon an uns vorbeigeflogen; rueckblickend hat uns die Stadt wirklich begeistert, ein laengerer Aufenthalt waere gern wahrgenommen worden. Madrid ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert, die Gebaeude und Strassenzuege lassen die Stadt gleichzeitig kolossal und gemuetlich erscheinen und es macht Spass, in einer untouristischen Bar am Abend etwas zu essen oder zu trinken (Ende der Werbung).

Zurueck am Flughafen ging es fuer Linda wieder nach Hamburg, meine Wenigkeit hat sich in den Bus nach Salamanca begeben.

Freitag steht nun doch glatt eine Pruefung an, man mag es kaum glauben. Allerdings wiederum rein egoistisch: ein weiteres Spanisch-Zertifikat fuer den Langzeiturlauber will ermogelt werden.

Hasta luego,

Hendrik

Dienstag, November 21, 2006

Arme Studenten und ein armer Student

Zunaechst der Plural: Arme Studenten. Mittwoch letzter Woche war ich von meiner Mitbewohnerin Lorena eingeladen, mit ihr nach Bejar (ca. 1 Busstunde entfernt) zu reisen und mir vor Ort die dort uebliche Zeremonie der neuen Studenten anzuschauen, wohlgemerkt nicht als „neuer Student“. So denn fuhren wir also am Mittwoch abend nach Bejar, eine Schlafgelegenheit ergab sich bei Paco, dem Freund von Lorena, der vor Ort Ingenieurswissenschaften studiert. In einer, wie ich finde, typischen Maenner-WG mit viel Staub und technischem Geraet gab es vor der Veteranen-Party (sprich fuer die hoeheren Semester) lecker Happa mit Extrawurst fuer Hendrik (jaja, soweit ist das hier schon gekommen, nichts mehr mit Anpassung).

Da mir 2 der drei Gaeste bei Paco ebenfalls schon bekannt waren (Eloy und Fidel), fuehlte ich mich inmitten der Spanier an diesem Abend wieder einmal pudelwohl. Am naechsten Morgen stand dann das Beschauen der studentischen Aktivitaeten an, bei der die Novizen allerlei Schabernack und Dreck ueber sich ergehen lassen muessen (im wortlichen Sinne). Leider waren die Veteranen wohl derart unausgeschlafen, dass die Feier mit deutlicher Verspaetung begann. In Folge dessen konnte ich nur ein paar Fotos von den verkleideten Veteranen schiessen, bevor mich mein Bus wieder nach Salamanca brachte L. Da das Wetter nicht wirklich mitspielte, es regnete immer wieder, bin ich mittlerweile drueber hinweg.

Am vergangenen Freitag schliesslich machte ich mich um 8 Uhr in der Frueh auf den Weg nach Zaragoza (Saragossa), im Nordosten gelegen: Leider konnte ich die wechselnden Natureindruecke (im Norden Berge und Waelder, dann Weinanbaugebiete) nicht wirklich gut auf Fotos festhalten. Dennoch war es interessant zu sehen, wie schnell sich die Umgebung aenderte. Ganz anders als Deutschland waren auch die Sicherheitsvorkehrungen (auch Spanien hat sein Trauma mit Anschlaegen), die mehr an einen Flughafen erinnerten. So musste ich auch 2 vom Zug geschossene Fotos prompt wieder loeschen, unter den Argusaugen eines Sicherheitsbeamten. Spaeter gelangen mir unerkannt doch noch zwei Fotos *hehe*.

Angekommen in Zaragoza war der Weg zu Sven relativ unkompliziert und wir machten am fruehen Abend einen ersten Touristenrundgang in Zaragoza. Um nicht zu sehr ins Detail zu verfallen, fasse ich die Tage ein wenig kategorisch zusammen: Zaragoza ist eine mittelgrosse Stadt (700000 Einwohner) mit einem sehr schoenen Zentrum und einer beeindruckenden Kathedrale direkt am Fluss Ebro gelegen.

Das Wetter spielte bei den Erkundungszuegen ebenfalls mit, Mitte November konnten wir noch Tagestemperaturen um die 18-20 Grad geniessen. Abends wurde das umfangreiche Angebot an Tapas genossen und ein wenig „auf den Swutsch“ gegangen, mit meinem wie immer sehr lustigen Gastgeber (Danke nochmals!) und einigen Bekannten.

Am Sonntag schliesslich verfolgten wir ein Spiel von Real Zaragoza, welches mich schlappe 40 Euro kostete – Fussball in Spanien ist wirklich teuer! Wenigstens gewann Zaragoza in einem interessantem und lange Zeit ausgeglichenen Spiel mit 3:0 und wir konnten zufrieden nach Hause gehen ;-)

Geruestet zur Abfahrt nach Salamanca fand ich mich am Montag auch puenktlich am Bahnhof ein, um dann zu erfahren, dass der Zug aufgrund eines „Feuerwehreinsatzes“ ca. 1 Stunde Verspaetung haben werde. Dass wir leztendlich mit fast 2 Stunden in Salamanca ankamen, nach mehr als 8 Stunden Fahrt, wird mir noch 25% meines Reisepreises einbringen, falls ich den weiten Weg zum Bahnhof noch einmal auf mich nehmen sollte. Gestern nacht (Ankunft 1:30 Uhr) goennte ich mir ausnahmsweise ein Taxi, da ich wenig Lust verspuerte, 40 Minuten Fussmarsch dranzuhaengen…

Am Folgenden Wochenende steht nun endlich Madrid mit Linda an – wird auch Zeit!

Gehabt Euch wohl!

Hasta luego,

Hendrik

Sonntag, November 12, 2006

Wat jibbet Neues?

Ich weiss, ich weiss, ich bin spaet dran...Allerdings moechte ich mich zu meiner Entlastung anmerken, dass die letzte Woche nichts wirklich Neues zu bieten hatte, die Reisetermine durch Spanien stehen erst in den naechsten Wochen an. Wer bis jetzt noch weitergelesen hat, den moechte ich dann versuchen mit meinem Alltag ein wenig zu unterhalten:

Freitag (03.11.) war ich abermals bei Miguel in der WG, ein wenig Sabbelei und Fotos aus Polen gucken, bevor es in ein, zwei bekannte Schuppen der Stadt ging. Rechts neben mir steht uebrigens die einzige mir bekannte Person, die in Salamanca einmal Opfer eines Ueberfalls geworden ist (I-Pod ist wech). Ansonsten kann ich nur sagen: Sehr sehr sicher und entspannt hier!

Am Samstag wurde neben Sport und gemeinsamen Essen auch nichts Erwaehnendswertes veranstaltet. Sonntag stand dann wieder einmal ein Highlight an, aus meiner Sicht jedenfalls: Der Herr der Ringe, Teil 2 im spanischen TV. Schlappe 4 Stunden wurde als vor der Kiste gehockt – wasn Spass!

Die abgelaufene Woche verlief aehnlich, mit der Ausnahme dass ich seit Mittwoch abend kaum ein Wort deutsch gesprochen habe, was ein neuen Rekord sein sollte ;-) Donnestag abend ging es mit meiner WG (Maximo ausgenommen) und einigen spanischen Freunden auf die Piste (mal was Neues *raeusper*), war doch recht spassig. Unter anderem hat es mich gefreut, auch einmal zwei Spanier aus einem meiner Kurse getroffen zu haben und mich etwas laenger mit ihnen zu unterhalten.

Ansonsten habe ich das WE abermals ruhig angehen lassen, ein wenig Sport und Zeitung lesen, beides ist fuer mich immer noch anstrengend. Dazu Einkaufen im Rieesen-Supermarkt Carrefour und der Besuch eines nahegelegenen Einlaufszentrums – TVs von Philips waren aber doch recht unterrepraesentiert. Und nicht zu vergessen, der dritte Teil von besagtem Epos: Heut waren es nur etwas ueber fuenf (!) Stunden, die ich vor dem TV verbracht habe, um mit Frodo und Co dem Ende entgegenzufiebern. Bin nun irgendwie auch ein wenig erschoepft, Stubenhockersyndrom koennte man dies wohl nennen. Bin ich froh, vorher das schoene Wetter (wir haben derzeit warme, sonnige Tage mit fast 20 Grad und kalte Naechte mit unter 5 Grad) laufenderweise genossen habe.

Ihr merkt schon, viele tolle Geschichten habe ich derzeit nicht parat, denke doch, dass die naechsten Wochen mit Burgos (Mi), Zaragoza (WE), Madrid (nae. WE) und einer Reise in den Sueden wieder ereignisreicher und kultureller werden als Feiern, Sport und Fernsehgucken.

Bis dato, hasta luego,

Hendrik Beutlin

PS: Direkt vor meiner Tuer steht ein Stueck Heimat: Ein Opel Astra, weinrot und Zweite-Hand-Wagen aus Deutschland – genau die Type, die mich, Mama (jetzt Neu-Oma) sei Dank, schon viel durch die norddeutschen Lande getragen hat. ;-)

Donnerstag, November 02, 2006

Bergfest

AS: Eine dem Leser bekannte Person war beim Friseur. Daher moechte sie auf dem Foto nicht erkannt werden ;-) Scheint ein kleines Kommunikationsproblem gewesen zu sein, jedenfalls ist der Haarschopf recht uebersichtlich.

Man mag es kaum glauben, aber die Haelfte meines ueber Jahre vorbereiteten Auslandssemesters (welches eben nicht aus 6 Mestern besteht) ist schon fast erreicht. Ich moechte Euch aber nicht mit meinem persoenlichen Status-Report langweilen und fasse deshalb besser die letzte Woche zusammen:

Die „Arbeitswoche“ hatte nicht viel Spektakulaeres zu bieten. Ich bin seit Montag vergangener Woche so richtig offiziell und von allen Seiten anerkannt in meiner Fakultaet eingeschrieben. Der erhoffte freie Zugang zu Hunderten von PCs erwies sich jedoch als bedingt toll: Es gibt eine Reihe von schnellenn PCs, ohne Frage. Leider werden diese jedoch auch fuer Vorlesungen genutzt, so dass es im Allgemeinen schwierig ist, eine freie Stunde zu ergattern ( und dann auch schneller zu sein als andere Studenten). Das Gros der Mails werde ich also weiterhin vom Internet-Cafe bestreiten muessen.

Am Freitag stand dann meine Pruefung im Sprachkurs der Universitaet an: Nachdem ich ein wenig mit meiner Mitbewohnerin gelernt hatte, hab ich doch glatt das Examen geschafft *jubel*. Freitag abend wurde dann auch mehr gefeiert, als eigentlich notwendig gewesen waere ;-) Gestartet mit einer Botellon (das spanische Pendant von „Vorgluehen“) bei Miguel ging es zur naechsten Botellon bei spanischen Freunden von Miguel. Glueht man in Deutschland vielleicht bis 12 oder 1 Uhr vor, so kann hier eine Botellon auch schnell bis 3-3:30 Uhr anhalten (ich kann da nichts fuer Papi *smile*). Weitergings in unbekannte Bars mit unbekannten Getraenken, zum Beispiel Aqua de Valencia. Als ich gegen sechs eigentlich nach Hause wollte, traf ich prompt einen anderen Sprachschueler und wir waren uns einig, dass so der Abend nicht zu Ende gehen konnte. Also ab in zwei weitere Diskos , um sich dann um halb neun zum verdienten Schlaf in die Koje abzumelden. Dass am Samstag aus dem erneuten Unentschieden des HSV nicht viel ging, brauche ich wohl nicht extra zu erwaehnen, oder? Ausserdem stand am So morgen eine weitere Busfahrt an: Toledo!

Mitten in der Nacht
(6 Uhr) aufgestanden, ging es mit mir zwei bekannten Gesichtern, Migue und Severine (Belgien), in 4 Stunden nach Toledo. Eine sehr interessante Stadt, gelegen auf einem auf drei Seiten vom groessten Fluss Spaniens umgebenen Felsen. Die Geschichte liest sich ebenfalls wie ein Best-of: Juden, Araber und Christen haben sich jeweils jahrhunderteweise in dieser Stadt pudelwohl gefuehlt und Ihr zu Wohlstand verholfen (besonders die Araber). 2 Stunden erzaehlte uns eine Fremdenfuehrerin interessante Dinge ueber eben diese Geschichte, danach war noch ausreichend Zeit, die Stadt auf eigenen Faust zu erkunden. Wir haben uns dann in ein Cafe gesetzt und erstmal richtig Bier gesoffen. Gekotzt hab ich auch noch…..kleiner Scherz, Ruhe bewahren bitte. Cafe stimmt, Middach. Saufen stimmt nicht, sondern Kulturtour mit der Belgierin, da Miguel alte Freunde aus Toledo getroffen hat und nicht zum Stadtwandern zu bewegen war. Fasse mich kurz: Interessante Gebauede und Ausblicke, allerdings (logischerweise) Avila etc recht aehnlich. Der mittelmaessig bekannte Maler „El Greco“ lebte uebrigens auch in Toledo – ein Museum mit Bildern wurde brav besichtigt.

Gestern schliesslich war Halloween, das, wie jedes andere Fest der Welt auch, natuerlich in Salamanca ebenfalls gefeiert wurde. Einige meiner Bekannten hatten sich sogar ein wenig in Schale geschmissen, meinereiner hat sich dem verwehrt.

Hasta luego,


Hendrik