Freitag, September 22, 2006

Die Eigenheiten einer Region…

Eigentlich sollte man meinen, dass sich die Gewohnheiten der Menschen innerhalb Europas im Zuge von Internet und Globalisierung bereits weitestgehend angeglichen haben. Dass dem nicht so ist, kann man auch in Salamanca problemlos erfahren.

Ein Beispiel: Während anderswo das Verspäten des Dozenten als Schwäche ausgelegt werden könnte, verkündet man hier am ersten Tag stolz, dass eine Vorlesung, die um 4 Uhr nachmittags beginne, frühestens um 4:20 Uhr beginnen würde, man sei schließlich in Spanien. In Folge weiß man schon vorher, wie viele ausländische Studenten an einer Vorlesung teilnehmen werden, denn diese sind die einzigen, welche um 4 Uhr vor der Tür stehen ;-)
Ansonsten verliefen die ersten Tage an der Uni sehr interessant aber auch sehr unterschiedlich. Es wird leider so sein müssen, dass ich meine Kurse nicht konsequent nach meinen Interessen belegen werde, sondern nach dem Grad dessen, was ich vom Dozenten verstehe. Obwohl Salamanca das sprachliche Hannover von Spanien sein soll, verstehe ich bei manchen Professoren sowohl akustisch als auch inhaltlich „nada“. Einige wenige sind aber sehr gut zu verstehen, da machen die Vorlesung wirklich Laune.

Weitere Eigenheiten gefällig? In meinem neuen Lieblingsrevier (nein, nicht die Kneipenlandschaft), den Supermärkten, gibt es so tolle Sachen wie kleine Hühnerküken in Öl eingelegt zu kaufen!!! Der Hammer wie ich finde – sollte ich einmal kaufen trotz Vegetarismus. Ein Foto sollte folgen, allerdings bekomme ich diese bisher immer noch nicht hochgeladen.

Last but not least: Der Salmantiner an sich (ich weiß, den gibt’s nicht) scheint in seiner Wohnung hauptsächlich zu schlafen, ansonsten trifft er sich auf den Plätzen der Stadt oder arbeitet. In Folge dessen weisen fast alle von mir gesichteten Wohnungen ein gewisses Maß an, sagen wir mal, Vernachlässigung auf. Das heißt nicht Dreck, sondern einfach eine komplett andere Einrichtung und Behandlung der Wohnung. Während „der Deutsche“ sich den Kopf über Einrichtung und Anordnung der Möbel und technischen Geräte macht, steht hier einfach mal ein Schrank auf dem Balkon oder eine Matratze liegt mitten im Gang ;-)

Trotzdem oder vielleicht gerade wegen dieser Besonderheiten, gefällt es mir in Salamanca und in meiner WG immer besser. Die Konservation mit zwei der drei Mitbewohner klappt recht gut, zumindest wenn man mein niedriges spanisches Sprachlevel berücksichtigt. Eine Mitbewohnerin verstehe ich immer noch überhaupt nicht – eigentlich unglaublich aber wahr. Mal sehen, ob ich mich im Laufe der Zeit besser mit ihr austauschen kann.

Eigenheit vier: Es regnet doch glatt! Nachdem Di und Mi strahlender Sonnenschein uns hohe aber angenehme Temperaturen bescherte, regnet es heut am Do fleißig. Meinem Versuch, die Zeitung zu lesen, konnte ich entnehmen, dass der Zyklon „Gordon“ über Galicien sein Unwesen treibt und wir in Salamanca daher auch noch etwas davon abbekommen. Derartiges Wetter hatte ich eigentlich nicht bestellt…

Hasta luego!

PS: Was allerdings der absolute Knaller ist, sind die Englisch-Sprachkenntnisse der spanischen Studenten hier. Teilweise 3 Jahre Sprachschule auf dem Buckel, sind Wörter wie sign, street oder internet komplett unbekannt. Da wird man hinsichtlich seiner Spanisch-Fortschritte gleich wieder etwas gelassener….

Etwas unbeholfen, dennoch:
1. Mein aktuelles Zimmer


2. Der Placa Mayor bei Nacht
3. Lecker Essen mit Insa und Kai in einer der Mensen
4. Das Wohnzimmer meiner WG
5. Mein Hotelzimmer der ersten 4 Tage
6. Am Fluss Tormes

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Moin Hendrik,

Wie geht es Dir? Ich hoffe dass Dein Wochenende gut war und Du nicht in irgendeiner Disse versackt bist.

Dein Blog ist echt cool. Allerdings verstehe ich nicht warum Du immer über die Zimmer lästerst. Die sehen doch super gemütlich und urig aus. Das wären in der Türkei 4 Sterne! :-)

Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.

Schöne Grüße

Björn

Anonym hat gesagt…

Hey Henni! Fein, dass du immer so viel schreibst!Bei uns ist hier immer noch "Ruhe vor dem Sturm " bzw. "Endzeitbrüten". So langsam reicht es aber mit der Bauchschlepperei...ächz.
Hast Du denn inzwischen doch noch Dosen mit eingelegten Hühnerküken gefunden? Wenn ja, musst Du die zur Demo auf jeden Fall mitbringen, aber es ist ja noch etwas Zeit zur Mitbringselanmeldung!
Habe in Deinem Ganzen Getexte eine Postanschrift vermisst! Die lass mir doch mal zukommen
Eine schöne Woche und lass es Die gut gehen! Dein Schwesterchen