Sonntag, Oktober 22, 2006

Nasse Fuesse und ein neuer Name

Eine Abwehr aus Granit

So wie eins Real Madrid

Und so zogen wir in die Bundesliga ein,

Und wir werden ewig deutscher Meister sein

….

So klang es noch vor dem Spiel aus ca. 500 norddeutschen Kehlen, darunter auch meiner. Was dann am spaeten Dienstag abend daraus wurde, ist jedem bekannt, daher moechte ich das Spiel hier weitestgehend ausklammern ;-) Nur soviel: Ein wirklich schoenes Stadion!

Der Reihenfolge nach: Am Dienstag Mittag stiegen Svenja und ich gutgelaunt und voller Vorfreude auf unsere erste Champions-League-Auswaertsfahrt ins ferne Porto in den verspaeteten Bus. Da war dann erst einmal Schluss mit gutgelaunt. Im durchaus modernen Bus war eine derartig von Fussschweiss und anderen Geruechen des unteren Levels geschwaengerte Luft, dass man auch gern mal haette kotzen moegen ;-) Jedenfalls war erstmal nix mit essen oder schlafen, sondern Tuch vor die Nase halten war das Non-Plus-Ultra. Nach einer Rast nach zwei Stunden hatten wir uns entweder daran gewoehnt oder der Lueftversuch des Busfahrers war erfolgreich gewesen. Wie auch immer: Die Laune stieg wieder und mit ca. 30 Minuten Verspaetung wurde am spaeten Nachmittag Porto angefahren. Also raus aus dem Bus und ab zur Schlafgelegenheit, einem „Hotel“ fuer Rucksacktouristen. Leider waren wir etwas verplant, denn weder Svenja noch ich hatten die genaue Adresse oder den Namen notiert. Lediglich die Strasse war bei der Buchung notiert worden. So zogen wir also ohne Stadtplan zu Fuss in die aus dem Internet erinnerte Richtung. Damit das Ganze nicht zu lustig wird, gesellte sich Kollege Platzregen dazu und zwang und schliesslich in ein Taxi, vorher machten wir jedoch durch Zufall mit einem portugiesischen Germanisten Bekanntschaft, der das letzte Aufeinandertreffen der Mannschaften in Hamburg anno 1979 verfolgt hatte. Wie jeder weiss, gewann der HSV verdient ;-)

Zurueck ins Taxi: Mit unseren fahrigen Angaben zum gewuenschten Ziel konnte der Taxifahrer leider auch nicht viel anfangen, zumindest waren wir aber schon in der richtigen Strasse. Dort unterstuetzte uns ein sehr hilfsbereiter Portugiese nach Kraeften bei der Suche, inklusive Regenschirmverleih und Ausgabe zweier Karten fuer die Metro fuer den Abend. Der Grund dafuer war wahrscheinlich sein auf die Wade tatowiertes Wappen vom FC Porto ;-) Das Hotel ward dann schliesslich auch gefunden und wir konnten uns auf den „angenehmen“ Teil des Abends konzentrieren. Das Stadion war schnell und leicht mit der Metro erreicht und wirklich beeindruckend.

Zur EM 2004 neu errichtet oder komplett renoviert sassen bzw standen wir trotz anhaltendem Starkregen den ganzen Abend relativ trocken. Das Spiel wirkte sich leider auch ein wenig auf die Laune der Hamburger aus, allerdings nahmen alle die Niederlage dann doch recht sportlich. Da ich bereits am naechsten Tag wieder zurueckmusste liess sich Svenja zu einem naechtlichen Stadtrundgang durch die wirklich recht schoene Stadt Porto bewegen. Zum Teil sogar regenfrei drehte wir eine Runde durch den historischen Stadtkern.

Zurueck in der Herberge hatten wir noch das Vergnuegen, zwei sehr nette Australier kennenzulernen. Warren und seine Freundin sind seit 10 (!) Monaten auf Welttour und haben, in Asien gestartet, schon viele Laender und dreckige Toiletten gesehen ;-) Weitere Informationen unter www.getjealous.com/waslade .

Alsbald ging es dann in die 10-Mann-Frau-Koje. Ein bisschen gewoehnungsbeduerftig, mit 10 Menschen in einem Raum zu schlafen, wir waren jedoch auch ausreichend muede, so dass Schlafen kein Problem darstellte. Leider trockneten in der Nach meine Tunschuhe nicht, sodass ich zwei Tage mit nassen Schuhen und Socken rumlaufen durfte (auch etwas, was ich Herrn Doll in Rechnung stellen werde). Die Rueckreise bietet ausser den neuerlichen Platzregen in Porto nicht viel zu berichten.

Fazit: Coole Tour wie ich finde, ich habe wieder einmal gelernt, gelassener zu werden (und mich naechstes Mal vielleicht ein wenig besser vorzubereiten *lol*).

Wat gift dat sons noch tu vertellen? Am Donnerstag war ich mit meinen Mitbewohnerinnen und deren 3 Freunden auffe Piste. Fand ich sehr erfrischend, einen ganzen Abend nicht deutsch sprechen (zu koennen). So kann man gut testen aus welchem sprachlichen Niveau man sich befindet. Man kann sich reinfuchsen wuerde ich als Resultat angeben.

Zweiter Punkt der Agenda: Ich werde mir einen neuen Pass ausstellen lassen. Mit meiner langen, blonden Maehne sehe ich ein kleines bisschen, ABER NICHT MEHR, einem Spieler von Barcelona namens Gudjohnson aehnlich. Soweit, so egal. Wenn jedoch in regelmaessigem Abstaenden Spanier einem durch die halbe Kneipe diesen Namen zubruellen, verbunden mit wildem Winken, gibt einem das schon zu denken *laechelgequaelt*. Nachdem gestern mal wieder „Take a photo“ angesagt war, habe ich nun beschlossen, mich in Zukunft auch selbst Gudjohnson zu nennen. Nur damit sich keiner ueber meinen neuen Pass wundert.

So, Ladies and Gentlemen, das wars mal wieder.

Hasta luego!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Moin Herr Gudjohnson!:-)

wie ich sehe gehts dir gut! Sei nicht sauer, dass HSV verloren hat - müsstest dich doch langsam mal dran gewöhnt haben?!?
Schöne Mähne haste! :-)

Na ja - wie du siehst, lese auch ich deine Einträge! Also lass es dir gut gehen... see you!!!
LG AlbanerSteffen :-)

Anonym hat gesagt…

moin hendriko,

großartige geschichte alter isländer!
wenn du so ausschaust wie eidur gudjohnsen musste ja ordentlich hormone zu dir genommen haben...

wie man liest geht es dir wohl sehr gut und vielleicht eringt der haesvau ja heute seinen ersten sieg..

bis dato halt dich

gruß
der tiede